… eine feindliche Übernahme?
[Update 18.10.2011] Ein Interview mit dem ehrenamtlichen Vorsitzenden des „Badeteich Schönberg e. V.“ Michael Heinze zu den jüngsten Ereignissen.
Mauersponsorenunternehmer aus Schönberg wollen jetzt die finanzielle Verantwortung für Objekte unserer Stadt übernehmen. Ein Objekt ist hier, neben den Karpfenteichen und der Freilichtbühne, der angeschlagende Badeteichverein. Ausgangspunkt für das Angeschlagensein ist die schlechte Badesaison 2011. Während die Einnahmen aus Eintrittsgeldern in den Vorjahren bei etwa 15.000 Euro lagen und somit als Einnahmeposten eine große Rolle spielten, lagen diese im Jahr 2011 bei rund 3.000 Euro. Das reißt natürlich ein großes Loch in die Gesamtfinanzierung des Badeteiches, die sich auch aus Zuschüsse der Stadt bzw. Bürgerspenden zusammensetzt.
Da die Finanzierungslücke nicht anders zu schließen war, wandte sich der Badeteichverein an die Stadt, mit der Bitte, einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro an den Verein auszuzahlen. Der Vereinsvorstand erläuterte im Finanzausschuss der Stadtvertretung ausführlich die Situation und legte die entsprechenden Finanzpläne vor. Der Ausschuss sah sich außer Stande, eine Entscheidung zu fällen. In der folgenden Sitzung der Stadtvertretung am 15.09. fasste diese dann den Beschluss, dem Verein keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Dem Verein wurde empfohlen, mit dem neu gegründeten Verein „Unternehmen in Schönberg“ über die Stadt in Kontakt zutreten. Die Gründungsmitglieder des Vereines „Unternehmen in Schönberg“ sind die Palmberg Büroeinrichtungen und Service GmbH, Mebak Metallbau GmbH, Bäckerei und Konditorei Schwabe, SZ-Bau, Lau Lackier-Center, TLB Haustechnik und der Landschaftsbau Wilken . In der Pressemitteilung wurde veröffentlicht, dass der Verein die Absicht hat, jährlich etwa 50.000 Euro zur Verfügung zu stellen, um kulturelle und andere Projekte zu fördern. Dabei war die Information so abgefasst, dass deutlich wurde, dass es sich bei den Geldern nicht um Spenden für diese Projekte handeln wird, sondern die Absicht besteht, den Badeteich zu übernehmen bzw. die Karpfenteiche und die Freilichtbühne selbst (in Regie des Vereins) auszubauen, instand zu setzen und eventuell zu betreiben. Verbunden war diese Ankündigung mit der Absicht, keinen Eintritt für den Besuch des Badeteiches mehr zu erheben und das Angeln an den Karpfenteichen kostenlos zu ermöglichen.
Durch die Stadtvertretung beauftragt, lud der amtierende Bürgermeister, Herr Lutz Götze, den Verein Badeteich Schönberg e.V., den Verein Schönberger Unternehmer e.V. und Stadtvertreter für den 13.10. zu einem gemeinsamen Gespräch ein. Peinlicherweise waren die Vertreter des Vereins Schönberger Unternehmer e.V. am Abend nicht anwesend (und auch nicht entschuldigt), so dass es also kein Gespräch über Pläne, Absichten und Finanzen hinsichtlich des Badeteiches geben konnte. Von den Stadtvertretern waren die LINKEN anwesend sowie ein CDU-Mann, ein Vertreter der Liberalen und der Unabhängige. Und selbstverständlich fehlten auch die eigentlichen „Initiatoren“ (Oeser, Stange und Jörke). Offen bleibt nun, wie sich die Stadt die Sache mit dem Badeteich weiter vorstellt – gestern Abend klang es so wie „… ja, dann sehen wir mal. Wir wissen nicht …“
Der sachkundige Einwohner im Finanzausschuss, Pastor a.D. Voss, meinte dann in einem Gespräch nach der Beratung verschämt, dass wohl eine Person das Problem sei, das den Unternehmerverein veranlasst, die Veranstaltung zu boykottieren. Es wäre wohl anders, wenn „der Vorsitzende des Badeteichvereins ein Anderer wäre“. Aus internen Informationen ist aber bekannt, dass den „Rettern“ des Badeteiches wohl ziemlich Gegenwind aus der Bevölkerung entgegenschlägt, so dass der Verein beschlossen hat, zunächst nur die Karpfenteiche anzupacken. Einige Vereinsmitglieder haben auch definitiv mitgeteilt, dass sie „das mit dem Badeteich“ nicht mittragen.
Die gestrige Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt, den Mauersponsorenunternehmer aus Schönberg geht es gar nicht um die finanzielle Entlastung des Stadthaushaltes, sondern sie wollen über die „finanzielle Unterstützung“ weiterhin politischen Druck ausüben!